Neues zur “Maskenpflicht”

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

meinem zurückliegenden Beitrag “Zur Maskenpflicht” vom 27.04.2020 können Sie unsere kritische Auseinandersetzung mit der in §12a Abs. 2 Punkt 6 der Coronaschutzverordnung formulierten Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Arztpraxen entnehmen. Erwartungsgemäß wurden unsere Ausführungen seitens der Behörden ebenfalls kritisch bewertet, sodass wir letztendlich nachdrücklich dazu aufgefordert wurden, der Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in unserer Praxis uneingeschränkt nachzukommen.

Unumstritten ist die aktuelle Pandemie eine Herausforderung für die unterschiedlichsten Institutionen im Gesundheitswesen. Wir alle wissen, dass es momentan nur wenig valides Datenmaterial zur Infektionssituation gibt und dass zahlreiche Entscheidungen dem Anspruch einer gesicherten Evidenz nicht gerecht werden. Dies betrifft bekanntlich auch den Mund-Nasen-Schutz. Selbst das Robert-Koch-Institut schätzt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes als allenfalls “plausible” Maßnahme zum Infektionsschutz ein.

Auch in einem aktuellen an unsere Praxis gerichteten Mahnschreiben der Ärztekammer Nordrhein wird eingeräumt, dass wir “unabhängig eines möglicherweise anderslautenden Stand der Wissenschaft” der Vorschrift der Coronaschutzverordnung zu folgen haben.

Selbstverständlich sind wir uns darüber bewusst, dass wir – trotz entgegengesetzter Überzeugung – die behördlichen Anordnungen umsetzen müssen. Daher gilt ab sofort auch in unserer Praxis zunächst eine uneingeschränkte Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, dennoch bitte keine Sorge! Natürlich sind wir uns darüber bewusst, dass sowohl standesrechtliche Aspekte der ärztlichen Tätigkeit, als auch Sorgfaltspflicht und Verantwortung gegenüber unseren Patienten gewichtiger geschätzt werden müssen, als behördliche Anordnungen, die jeglicher Evidenz entbehren. Dies bedeutet praktisch, dass wir im Einzelfall bei entsprechenden schwerwiegenden Krankheitsbildern auch weiterhin zum Schutze und Wohle unserer Patienten, unter Umständen vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes abraten müssen. Das Mißachten entsprechender gesundheitlicher Risiken für den einzelnen Patienten ist naturgemäß für uns aus ethischen und forensischen Gründen inakzeptabel.

Bleiben Sie gesund!

Herzlichst,
Ihr Praxisteam